"Von nichts zu viel - für alle genug" - Perspektiven eines neuen Wohlstands

| Pfarrzentrum Bischofshofen

 

 

Cover von nichts zu viel

 

 

 

 

Über das rechte Maß in allen Dingen

 

Vortrag und Lesung von Hans Holzinger in Bischofshofen

 

 

Mag. Hans Holzinger ist seit 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg. Die JBZ hat es sich zum Auftrag gemacht, über „mögliche, wahrscheinliche, gewünschte oder unerwünschte Zukunften“ zu reflektieren und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Neue Wohlstandsmodelle“ sind Arbeitsschwerpunkte in Hans Holzingers Schaffen. Am Donnerstag stellte er auf Einladung des Kulturvereins PONGOWE in Bischofshofen sein aktuelles Buch „Von nichts zu viel – für alle genug. Perspektiven eines neuen Wohlstands“ vor.

 

Einleitend führte Holzinger an, dass wir ökologisch über unseren Verhältnissen leben, allerdings kulturell und sozial unter unseren Möglichkeiten bleiben, obwohl materieller Reichtum grundsätzlich vorhanden sei. Ein Wandel müsse freiwillig erfolgen, mit dem Ziel vor Augen, dass es uns dann besser gehe. Wesentlich dabei sei, das rechte Maß in allen Dingen zu finden - eben von nichts zu viel - und Ziele für ein gutes Leben zu definieren. Dazu gehöre aber auch, dass es für alle genug gibt, also ein Leben in Freiheit geführt werden kann, ohne Hunger und ohne Angst hinauszufallen.

 

Ein Forschungsschwerpunkt Hans Holzingers ist die Postwachstumstheorie. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie Wirtschaft gut funktionieren kann, auch wenn sie nicht mehr wächst, und wie ein sozial und ökologisch verträglicher Wohlstand erreicht werden kann, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Holzinger schlägt ein neues Wohlstandsmodell vor, das acht Dimensionen beinhaltet. Zunächst nennt er den Güterwohlstand. Holzinger regt an, sich mit Dingen zu umgeben, die man auch wirklich braucht und die man achtsam behandeln soll, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Der bewusste Umgang mit den Dingen gilt auch für unsere Ernährung. Wenn man eine Ess- und Kochkultur des guten Geschmacks und der Weltverantwortung entwickelt, erreicht man einen Ernährungswohlstand. Ein Zeitwohlstand stellt sich ein, wenn man eine Balance zwischen den wichtigen Lebensbereichen schafft, also Zeit für Erwerbsarbeit, Eigenarbeit, aber auch für Muße. Die Erwerbsarbeit trägt wesentlich zur Sinnfindung und sozialen Integration bei, daher ist es unabdingbar, faire und gute Arbeitsbedingungen vorzufinden. Zusammen mit weiteren erfüllenden Tätigkeiten wie Sorgearbeit, Nachbarschaftshilfe oder sozialem Engagement erzielt man einen Tätigkeitswohlstand. Der Wohnort als „Ort des Kennens, Gekannt- und Anerkannt-Werdens“ sollte wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, so Holzinger. Ortswohlstand entsteht, wenn die für ein gutes Leben wichtigen Bedürfnisse in der Nähe befriedigt werden können und ist somit eng mit der Raumordnung verknüpft. Beziehungswohlstand bedingt eine Beziehungskultur der gegenseitigen Aufmerksamkeit und Wertschätzung und Informationswohlstand ergibt sich durch die Entwicklung einer Bildungs- und Wissenskultur, die kritisches Denken und engagiertes Handeln fördert. Schließlich nennt Holzinger noch den Demokratiewohlstand mit einem positiven Verhältnis zur Politik als Basis.

 

Gemäß Robert Jungks Leitsatz, aus Betroffenen Beteiligte zu machen, liefert er Anregungen, die eigenen Gewohnheiten zu überdenken. Es bedürfe sehr wohl von der Politik geschaffener Rahmenbedingungen, aber vieles liege auch in unseren eigenen Händen. Oder, mit den Worten Mahatma Gandhis gesagt: „Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst.“ Dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, zeigte Hans Holzinger anschaulich und anregend in seinem Vortrag über die Veränderbarkeit der Welt.

 

 

 

Hans Holzinger

 

              

 

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